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Tassilobrunnen

Über die abwechslungsreiche Geschichte Pietlings

Erster Teil der Geschichte

Dieser Brunnen verkörpert die abwechslungsreiche Geschichte Pietlings von der ersten Besiedelung bis hin zur ersten urkundlichen Erwähnung: So erinnert die Form des Brunnens an das bronzene Kultbeil, das Landwirt Franz Gallinger beim Aushub für seine Jauchegrube fand. Es ist der Beweis für die Besiedelung Pietlings am Ende der Jungsteinzeit bzw. am Anfang der Bronzezeit.

Damals waren die Menschen bereits sesshaft. Sie lebten in kleinen Gruppen oder Großfamilien zusammen und betrieben neben Ackerbau auch Jagd und Fischerei. Doch das Aufkommen der Nutzung von Metall veränderte das Zusammenleben, denn einige Rohstoffe mussten von weither bezogen werden, sodass sich ein System des Austauschs entwickelte. 

Der zunehmende Wirtschaftsverkehr führte zu überregionalen Kontakten und einer Weiterentwicklung der Transportmittel. Bestimmt hatten auch die damaligen Pietlinger Anteil am regen Handel, welcher auf dem Wasserweg (Salzach-Inn-Donau) sowie auch auf dem Landweg vollzogen wurde. Neben technischen Fertigkeiten wurden nach und nach auch kulturelle Praktiken übernommen. Die Gesellschaft spaltete sich zunehmend in führende Eliten und in von ihnen abhängige Schichten. 

Die Zeit von etwa 500 v. Chr. bis Christi Geburt war die große Zeit der Kelten. Die Kelten waren ein Gemisch aus vielen Volksstämmen. Der Süd-Osten Bayerns gehörte zum Königreich Norikum mit der mächtigen Hauptstadt Juva, dem heutigen Salzburg.

Als der römische Kaiser Cäsar ca. 50 v. Chr. Gallien eroberte, wurde ein Großteil des keltischen Königreiches nach und nach kampflos an die Römer übergeben. Die Kelten gingen jedoch nicht unter, denn sie wussten, was eine Stadt ist – zudem kannten sie die Münzwirtschaft. Ihnen fiel es leicht, die römische Kultur zu übernehmen. In Folge wurde das Land auf römische Verhältnisse ausgerichtet: Es wurden befestigte Straßen gebaut und Kastelle errichtet. Es wird vermutet, dass auch auf der Anhöhe der St. Martinskirche hier im Ort ein römisches Kastell stand.

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