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Beim Lahner

Der schlafende Hund

Das gesamte Gelände vor dir, bis hin zum heutigen Rathaus und der kleinen Kapelle, war früher der Standort der alten Kirche. Nun befindest du dich vor dem ehemaligen Kooperatorhaus. Ein Kooperator war ein Geistlicher, der den Pfarrer bei seiner seelsorgerischen Arbeit unterstützte. 

Siehst du, gleich neben dir auf der Schutzmauer, die Steinfigur? Erinnert sie dich auch an einen liegenden Hund?

Einer Erzählung nach soll sich an dieser Stelle ein Hund in der Not errettet haben: Denn im Jahre 1954 kam es zu massiven Überschwemmungen im Unterdorf und dem Ortszentrum, als nach einer besonders langen Hitzewelle starke Regenfälle einsetzten.

Am 8. Juli schwoll der Pegel der Götzinger Ache derart an, dass sie bei Niederwinkeln über die Ufer trat. Der kleine ruhige Dorfbach, der auch heute noch den Dorfplatz quert, verwandelte sich damals in einen reißenden Strom, wobei der Dorfplatz als Stauweiher diente. Von dort, wo heute die Sparkasse zu finden ist, bis hin zur Raiffeisenbank konnte man nur noch mit einem Boot fahren. 

Diese Jahrhundertflut zerstörte Unmengen an Häusern, Brücken, landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen. Und weil dieser mutige Hund die Flutkatastrophe überlebt haben soll, gingen Generationen von Kindern auf ihrem Schulweg hier beim Hund vorbei um ihn zu „streicheln“.

Tatsache aber ist, dass die Figur aus Stein in echt viel älter ist und ursprünglich auf der alten Friedhofsmauer ihren Platz hatte. Was aber machte der Hund im Bereich einer Kirche? 

Man sagt, dass Hundegebell und Glockenläuten vor bösen Mächten schützen. So hatte die Skulptur vermutlich auch eine „Schutzfunktion“ für die alte Kirche inne.