Please select a page template in page properties.

Beim Lackerbauern

Kleine Geschichte über den Bauernstand

Im 11. und 12. Jh. waren ca. 90 % der Bevölkerung Eigenleute eines Grundherrn. Das heißt, dass sie unfrei und dem Willen ihres Grundherrn mehr oder weniger ausgeliefert waren. Für ihre Arbeit erhielten sie meist nur die notwendigsten Kleider und Nahrungsmittel. Da sie am Ertrag nicht beteiligt waren, hatten sie jedoch auch kein Interesse, größere Erträge zu erwirtschaften. Um die Erträge der Feldarbeit zu maximieren ging man deshalb dazu über, den Leuten eigene Flächen zur Bewirtschaftung zu übergeben. Auch wenn der Grundherr der Eigentümer dieser Flächen blieb, führte dies zu einer recht einheitlichen Schicht der Bevölkerung: Dem Bauernstand. 

Wer mit 12, 13 oder 14 Jahren zu Hause nicht gebraucht wurde und zu Hause nicht oder nur schwer ernährt werden konnte, der verdingte sich in der Regel bei einem Bauern. Lehrstellen gab es nur sehr wenige und die Möglichkeiten als Brau- oder Schmiedeknecht, als Kellnerin oder Hausmädchen eine Stelle zu bekommen, waren äußerst gering. Am Hof waren die jungen Leute der Willkür des Bauern bzw. der Bäuerin ausgeliefert. Auch Lohn und Naturalien hingen von dem Wohlwollen dieses Bauern ab.

In den knapp 600 Jahren unter der Herrschaft der Salzburger Landesherren gab es für die Fridolfinger Bevölkerung sowohl gute als auch schlechte Zeiten. Auch danach änderte sich für das gemeine Volk wenig: In Kriegszeiten litten sie weiterhin unter der enormen Kriegssteuer, der allgemeinen Zerstörung, sowie den Plündereien – In Zeiten des Friedens hofften sie auf eine reiche Ernte und, dass alles friedlich blieb. Die Grundherrschaft der Klöster und Geistlichen war nun zwar aufgehoben, die Bauern mussten ihre Abgaben aber trotzdem entrichten. Bedingt durch die napoleonischen Kriege ging es ihnen vorerst unter der bayerischen Krone sogar oft schlechter als vorher unter dem Krummstab. 

Bis 1918 diente die Produktion auf einem landwirtschaftlichen Anwesen hauptsächlich der Selbstversorgung. Auch wurden die landwirtschaftlichen Geräte, Werkzeuge und Einrichtungen bis zum Ende des 19. Jh. nur geringfügig verbessert. Neue Erfindungen, wie wir sie heute kennen, waren sehr selten. Es gab ja auch keine Ingenieure und die Herstellung war immer abhängig vom Ideenreichtum und dem handwerklichen Geschick der Bauern und Handwerker selbst.