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Aichermühle

Über den ältesten Gewerbebetrieb in der Gemeinde

Die Aichermühle ist in der Gemeinde Fridolfing der älteste Gewerbebetrieb. Da der Rupertiwinkel aufgrund seines fruchtbaren Bodens die "Kornkammer" des Erzstifts Salzburg war, wurde die „Eytzingerische Öl- und Treidmühle“ bereits 1461 in einem Lehensbrief urkundlich erwähnt. Allgemein war früher die Genehmigung zum Betrieb einer Mühle dem Landesherrn vorbehalten und die Müllersleute mussten an ihn auch einen großen Teil ihres Ertrages abliefern. 

Die Aichermühle war eine Öl- und Treidmühle, das heißt, dass neben dem Vermahlen von Getreidesorten, auch Öl durch das Stampfen von Leinsamen gewonnen wurde. Auch war sie eine Lohnmühle, was bedeutet, dass die umliegenden Bauern je nach Bedarf ihr Korn mit dem Pferdewagen oder Schlitten zur Mühle transportierten, um es dort mahlen zu lassen. Der Müller erhielt dafür einen Mahllohn. 

Hagel, Nässe und Dürre brachten von Zeit zu Zeit Missernten. Ebenso führten auch diverse Unruhen und Kriege immer wieder zu Verteuerungen der Getreidepreise. Getreidepreise wie 1923 hatte man aber noch nie erlebt. Wer in Fridolfing nicht auf einem Bauernhof gegen Naturalien arbeitete, der ließ sich täglich seinen Lohn ausbezahlen. Meist erledigten dies die Ehefrauen schon nachmittags, um sich für den Tageslohn irgendetwas zu Essen kaufen zu können. An der Hauswand des Wohnhauses der Aichermühle ist ein interessantes Schild aus der damaligen Zeit angebracht. Dort sind die Getreidepreise von 1923 und 1924 aufgeführt. Schau doch mal rüber!

Als 1927 das Kraftwerk in der Lebenau gebaut wurde und das Wasser der Ache zu einem großen Teil in den neuen Werkskanal floss, musste das alte Wasserrad der Mühle stillgelegt und die Mühle von da an elektrisch betrieben werden. 50 Jahre später brannte die Mühle samt ihrem Lagerhaus nieder. Die neue Mühle wurde nicht mehr direkt am Bach errichtet und für damalige Verhältnisse sehr modern ausgestattet. 

Die Zeit, in der Bauern ihr Getreide zur Mühle brachten und dieses vermahlen ließen, um es dann im eigenen Haushalt aufzubrauchen, war spätestens Mitte der Sechziger Jahre vorbei. Wollte der Müller seinen Betrieb erhalten, musste er hochwertiges Getreide von den Bauern kaufen. Für den Absatz seiner Ware hatte er einen harten Konkurrenzkampf zu bestehen, wobei sich die Familie Aicher in Preis und Qualität behaupten konnte. Überhaupt hat es die Familie Aicher geschafft, ihre Mühle seit 1589 von einer Generation zur nächsten weiterzugeben.

Heute wird beim Einkauf der Rohstoffe neben der Qualität besonders auf die regionale Erzeugung geachtet. Schau doch in den Mühlenladen hinein! Dort findest du neben Mehl aller Typen, auch ein reichhaltiges Sortiment an Müslis, Nudeln, Körnern und selbsthergestelltem Honig.